Laufende Projekte

Das Marsilius-Kolleg fördert derzeit vier Forschungsgruppen, die zu disziplinübergreifenden Themen arbeiten. Alle Projektanträge wurden in einem streng wissenschaftsgeleiteten Verfahren unter Einschluss externer Gutachten geprüft und auf der Grundlage einer Empfehlung des Auswahlausschusses vom Rektorat bewilligt.

 

Projekt „Verkörperung als Paradigma einer evolutionären Kulturanthropologie“

Die Fortschritte der evolutionären Anthropologie, der Entwicklungspsychologie und der Neurowissenschaften stellen eine Herausforderung für unser Menschenbild und für die Begründung der Sonderstellung des Menschen dar. Die meisten bestehenden Konzepte basieren entweder auf einer konzeptionellen Spaltung zwischen Natur und Kultur (Dualismus) oder auf einer reduktionistischen Engführung naturwissenschaftlicher Forschungsansätze. Das Konzept der „Verkörperung“ (Embodiment) bietet einen Ansatz zur Überwindung dualistischer und reduktionistischer Anthropologien. Es geht davon aus, dass die spezifische Befähigung des Menschen zur symbolischen Intersubjektivität und Reflexivität (Sprache, Selbstbewusstsein, Rationalität, Kunst) in seiner Leiblichkeit und Zwischenleiblichkeit verankert ist. Im neuen Marsilius-Projekt soll die Interaktion von biologischer, anthropologischer und kultureller Evolution an exemplarischen Schnittstellen erforscht werden. Dabei werden insbesondere die Übergänge zwischen Leben und Miterleben als Voraussetzung für die Evolution sozialer Systeme analysiert. Die Entwicklung einer verkörperten, nicht-dualistischen Anthropologie hat unmittelbare Konsequenzen für die Wahrnehmung ethischer Problemfelder.

Das Marsilius-Projekt umfasst vier Teilprojekte:
•    Menschwerdung: Evolutionäre, soziale und kognitive Grundlagen der Kulturentwicklung
•    Die paulinische Anthropologie der verkörperten Intersubjektivität
•    Arbeitsgruppe Organismus
•    Interdisziplinäre Anthropologie und Bioethik
Die Projekthomepage bietet ausführliche Informationen zum Thema „Verkörperung als Paradigma einer evolutionären Kulturanthropologie“ und zum Projektverlauf.

Projektlaufzeit: 2013 bis 2017

Seitenbearbeiter: Geschäftsstelle
Letzte Änderung: 10.04.2017
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